Ein Buch über Veganer, Vegetarier und alles Lebendige, geschrieben und illustriert von Ruby Roth.
Auf dieses Buch war ich sehr gespannt! Warum? Nun erstens habe ich selbst Kinder und zweitens wollte ich schauen, ob die vielen positiven Stimmen Recht haben. Ich lese Kritiken zwar unheimlich gern, überzeuge mich aber immer wieder gern selbst von der Sache.
Das Buch ist in mehrere Teile gegliedert: Haustiere, Tierfamilien, Die Meere, Der Regenwald, Was können wir sonst noch tun?...
Jedes Kapitel ist liebevoll illustriert, auch wenn die Zeichnungen nicht meinen Geschmack treffen. Ich habe Euch mal meine Lieblingsmotive fotografiert. Den Geschmack der Kinder trifft es aber scheinbar doch, denn beide fanden die Bilder toll! Die Texte sind für die Altersgruppe 8-11 gut zu erfassen. Ich denke darunter könnte es Probleme geben. Gerade beim Thema "Die Meere" erschweren Schachtelsätze und unbekannte Wörter das Verständnis für das Gelesene. Zum Glück gibt das wieder Raum für Gespräche, aber nur bei Kindern, die das nochmal ansprechen. Ich finde die Beschreibungen vor allem zu den einzelnen Tieren sehr schön. Allerdings stört mich, dass hier so ein Gewicht auf die Massentierhaltung liegt. Für mich ist ein geschlachtetes Kalb, ein getötetes Kind einer Kuh. Egal ob vom heimischen Bauerhof, Biohof oder Massentierhaltung.
Ich dachte es geht prinzipiell um das Verständis, die Tiere am Leben zu lassen. Natürlich ist die artgerechte Haltung bis zur Schlachtung ein Thema, aber bei allen steht am Ende der Mezger und reibt sich die Hände... gut das war mein Punkt, den ich etwas unglücklich gelöst finde, denn meine große Tochter meinte dann, dass ja die Hühner bei der Nachbarin im Sand baden und im Garten frei herumlaufen könnten. Sie hätten ja dann ein tolles Leben... ja bis zur Schlachtung mein Schatz und die Eier was ist mit denen? Nein ich fange gar nicht erst an. Eigentlich gehöre ich gar nicht zu den radikalen Tierrechtlerinnen, aber das hat mir hier nicht gefallen, denn das gibt Raum für Auslegungen (ala Bio-Huhn ist nicht so schlimm). Hier ist noch Raum für Weiterentwicklungen.
Ich finde es schön, dass mit dem Vorurteil: "Fische merken eh nix" aufgeräumt wird. Fische sind feinsinnige Lebewesen, die empfindliche Nerven haben. Schön das zu lesen, denn hinter diesem Argument verstecken sich viele Vegetarier, die Fisch essen. Das ist absurd. Aber zurück zum Buch... hier meine absolute Lieblingsseite!!!

Dieses Buch liegt jetzt schon ein paar Tage in der Wohnung und die Kinder haben es sich schon am ersten Abend geschnappt. Ich war ja sehr interessiert, wie sie es aufnehmen, denn auch wenn ich gespannt auf das Buch war, es ist ja in erster Linie ein Kinderbuch. Die Meinungen in diesem Haushalt gehen etwas auseinander. Wo die Kleinste (8) verträumt über kuschelnden Schweinchen versinkt und die Texte in sich aufsaugt, gackert die Große (11) über die Nasenlöcher der Kühe und findet das Buch insgesamt ziemlich cool, weil witzig gemalt. Die Texte hat sie innerhalb kürzester Zeit durch und ich glaube es hat sie doch ziemlich nachdenklich gemacht. Die Kleine war eher verzaubert, aber auch traurig, denn bei manchen Bildern kam sie zu mir um sie mir zu zeigen und man merkte, wie ihr Mitgefühl sie ziemlich traurig machte.

Mein Fazit ist trotz einiger Punkte auch positiv. Allerdings würde ich es erst ab dem Schulalter empfehlen. Dann ist es aber gut geeignet aufzuklären und zu zeigen, dass Tiere eine Seele haben, fühlen und sogar Gefühle zeigen können. Wusstet Ihr, dass Puten so sensibel sind, dass sie sogar erröten können? Ich kann das bestätigen, denn ich bin auf einem Bauernhof groß geworden... man sieht ob sie wütend sind oder sich freuen, etc.
Ich finde gut, dass sie nicht nur bei den bekannten Tieren bleibt, sondern auch über das Meer und den Regenwald schreibt. Wie sich unsere Verhalten hier auf das Meer und den Regenwald auswirken und was jeder Einzelne zur Erhaltung tun kann.
♥
Ruby Roth
WARUM WIR KEINE TIERE ESSEN
gebundene Augabe, 48 Seiten, 28 x 23 x 1,2 cm
ISBN: 3926914513
€ 14,90 [D] |
Verlag: Echo Verlag
Bewertung: ♥♥♥♥♥
Zum Schluss noch eine wirklich tolle Nachricht: Die Weihnachtsgans Auguste lebt noch immer und feiert in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag. Gemeint ist die Hauptdarstellerin aus dem gleichnamigen Film von 1988. Sie lebt immer noch und das ganz in meiner Nähe. Sie ist eigentlich ein ER und hat ein friedliches zuhause gefunden. Auch wenn ich es nicht schön finde, wenn Tiere für Filmproduktionen eingesetzt werden, so hat mich diese Nachricht doch wirklich sehr gefreut!
♥-liche Grüße
Netti